Der Anfang: EORI-Nummer und Tarifierung
Jeder, der Zollanmeldungen abgibt, braucht eine EORI-Nummer. Die Registrierung ist einmalig, kostenlos und schnell — ohne sie ist keine Ausfuhranmeldung möglich, also vor dem ersten Exportauftrag erledigen.
Zweitens die Tarifierung. Edelmetallschmuck fällt grundsätzlich unter Position 7113 der Kombinierten Nomenklatur, die genaue Unterposition hängt von Metall und Konstruktion ab. Davon hängt der Zollsatz beim Empfänger ab — also der reale Preis für Ihren Kunden. Den Code vor dem Versand mit dem Zollagenten bestätigen, nicht nach der Abfertigung.
Dokumente einer Exportsendung
Der Standardsatz bei Schmuck sieht so aus:
- Handelsrechnung — Warenbeschreibung, CN-Code, Wert und Incoterms;
- Packliste — Stückzahl, Netto- und Bruttomasse, Paketmaße;
- Ausfuhranmeldung — elektronisch über den Agenten oder selbst;
- Ursprungsnachweis — wenn der Zielmarkt Zollpräferenzen anwendet;
- Frachtbrief und Versicherung bzw. Wertdeklaration.
Bei Edelmetallen ist die Rechnungsbeschreibung besonders wichtig. Ein vages "jewellery" führt häufig zum Anhalten der Sendung und zur Nacherhebung; die Beschreibung sollte Metall, Feingehalt und Stückzahl nennen.
0 % Umsatzsteuer und die Meldung IE-599
Warenexporte können mit 0 % Umsatzsteuer besteuert werden, Voraussetzung ist ein Nachweis, dass die Ware das Zollgebiet der Union tatsächlich verlassen hat. Das zentrale Dokument ist die elektronische Meldung IE-599 aus dem Ausfuhrsystem.
Trifft sie nicht bis zur Abgabefrist ein, räumen die Vorschriften zusätzliche Zeit ein — bei monatlicher Abrechnung zwei weitere Monate, bei quartalsweiser deutlich länger. Entscheidend ist, dass jemand im Unternehmen den Eingang dieser Meldungen tatsächlich verfolgt, denn ohne IE-599 ist der Umsatz mit dem Inlandssatz zu versteuern.
Warenursprung und das Argument "Made in EU"
Ursprung ist nicht gleich Versandort. Ein in Polen gefertigtes Stück hat Unionsursprung und erlaubt auf vielen Märkten Zollpräferenzen aus EU-Handelsabkommen — sofern er in der geforderten Form dokumentiert ist, meist als Ursprungserklärung auf der Rechnung durch einen registrierten Ausführer.
Für Premiummarken hat das auch eine Marketingdimension. Fertigung in der EU bedeutet klaren Ursprung, Arbeitsstandards und eine kürzere Lieferkette — ein Argument, das im angelsächsischen Raum den akzeptierten Regalpreis real erhöht.
Punzierungsvorschriften beim Empfänger — die häufigste Falle
An diesen Punkt denken die wenigsten Exporteure. Punzierungsanforderungen sind national und gelten dort, wo die Ware in den Verkehr kommt. Eine polnische Punze genügt nicht immer.
Bestes Beispiel ist Großbritannien: Die Freigrenzen liegen bei 7,78 g für Silber und 1 g für Gold, schwerere Stücke müssen ein Zeichen eines britischen Assay Office oder das gemeinsame Konventionszeichen tragen. Ware ohne gültige Punze darf nicht legal verkauft werden, so gut sie auch gefertigt ist. Dieser eine Check vor der Produktion spart die Kosten einer Nachpunzierung der gesamten Charge.
Incoterms, Transport und Versicherung
Schmuck ist wertdicht und leicht, das verändert die Transportlogik. Standard sind Kuriersendungen mit Wertdeklaration und Vollwertversicherung, bei größeren Partien auf Edelmetalle spezialisierte Dienste.
Legen Sie die Incoterms bereits im Angebot eindeutig fest. EXW bedeutet, dass der Kunde Ware und alle Kosten ab unserem Lager übernimmt; DAP verlagert die Transportorganisation auf den Verkäufer. Der Unterschied kann mehrere Prozent des Auftragswerts betragen und sollte nicht erst bei der Rechnung auftauchen.
Zusammenfassung und nächster Schritt
Die Reihenfolge ist einfach: EORI, CN-Code, vollständige Dokumente, IE-599 verfolgen, Ursprungserklärung, Punzierungsvorschriften des Zielmarkts prüfen, klare Incoterms. Sechs Punkte, die man einmal vorbereitet und bei jeder Sendung wiederholt.
Dieser Text ist informativ und stellt keine Steuer- oder Zollberatung dar — Details zu einer konkreten Transaktion mit Zollagentur oder Buchhaltung klären. Wenn Sie bei uns fertigen und außerhalb der Union versenden, helfen wir bei Warenbeschreibung und produktionsseitiger Dokumentation.