24 sierpnia 2026

Schmuckfertigung aus beigestelltem Gold — wie die Abrechnung funktioniert

Eine Marke will Goldschmuck, aber keine Metallmarge des Herstellers zahlen und kein Preisrisiko tragen. Die Fertigung aus beigestelltem Gold löst beides — sofern die Gewichtsabrechnung vor dem ersten Auftrag geregelt ist.

Schmuckfertigung aus beigestelltem Gold — so funktioniert die Abrechnung

Beim Beistellmodell (Lohnfertigung, toll manufacturing) geht das Eigentum am Metall nie auf den Hersteller über. Der Kunde liefert das Gold — als Barren, Granulat, Bruchgold oder alte Stücke zum Umschmelzen — und der Hersteller fertigt die Serie und stellt ausschließlich die Leistung in Rechnung: Guss, Bearbeitung, Steinfassung, Veredelung, gegebenenfalls Galvanik und Gravur.

Für eine Marke bedeutet das: Der Auftragspreis hängt nicht mehr vom Goldkurs ab. Es ändert sich nur der Lohnanteil, und der ist über Monate kalkulierbar.

Warum das Modell für beide Seiten funktioniert

  • Die Marke kauft das Rohmaterial beim eigenen Lieferanten — oft zu besseren Bedingungen als über einen Zwischenhändler, und zu einem selbst gewählten Zeitpunkt.
  • Kein Preisrisiko zwischen Angebot und Auslieferung. Bei mehrwöchigen Produktionszyklen und volatilem Goldmarkt ist das eine echte Position, kein Detail.
  • Der Hersteller bindet kein Umlaufkapital im Metall. Eine Serie mit 300 g Goldbedarf bedeutet Zehntausende Złoty pro Auftrag — Geld, das beim Kunden bleibt statt in den Leistungspreis einzufließen.
  • Die Abrechnung ist grammgenau nachprüfbar: Eingangsgewicht, Ausgangsgewicht, Schwund, rückführbarer Abfall.

Gewichtsabrechnung — der wichtigste Vertragspunkt

Hier entstehen die meisten Missverständnisse. Alles sollte schriftlich geregelt sein, bevor das Metall bewegt wird.

  • Eingangsgewicht. Wiegen bei Annahme, auf einer Waage ausreichender Genauigkeit, mit von beiden Seiten unterzeichnetem Protokoll samt Feingehalt und Form des Metalls.
  • Technologischer Schwund. Bei Guss, Drehen und Polieren unvermeidlich. Die Höhe hängt von Form und Anzahl der Arbeitsgänge ab — eine dünnwandige, stark polierte Form verliert mehr als ein kompakter Körper. Die Grenze wird vorab prozentual festgelegt; alles darüber trägt der Hersteller.
  • Rückführbarer Abfall. Angüsse, Feilspäne, Polierschlamm und Filterinhalt sind ebenfalls Gold. Festhalten, was zurückgeht und in welcher Form — als ungeschmolzener Bruch oder als raffiniertes Granulat — und wer die Raffination zahlt.
  • Legierungszusätze. 585er oder 750er Gold braucht Kupfer, Silber, Zink oder Palladium. Klären, wer die Vorlegierung liefert und ob ihr Gewicht in die Abrechnung des Fertigteils eingeht — in seine Masse geht es ein.
  • Überschuss. Rückgabe in Metall bei Auslieferung oder Übertrag auf den nächsten Auftrag. Beides ist in Ordnung, solange bewusst gewählt.

Formalitäten, die man nicht auslassen sollte

Ein Übergabeprotokoll mit Gewicht, Feingehalt und Form ist das Minimum. Dazu die Versicherung für Transport und Lagerung des beigestellten Materials — beim Hersteller liegt ein Vermögenswert, der ihm nicht gehört, und man sollte wissen, welche Police ihn deckt.

Und getrennt davon: Die Punzierungspflichten verschwinden nicht, weil das Metall beigestellt war. Ein Goldartikel unterliegt weiter denselben Vorschriften und demselben Punzierungsverfahren, und die Verantwortung für das Inverkehrbringen liegt bei der Marke. Auch die eigene Buchhaltung sollte informiert sein — das Metall ist kein Einkauf beim Hersteller und erscheint weder in dessen Kosten noch im Wert der Leistungsrechnung.

Wann beigestelltes Gold sich nicht rechnet

  • Bei Einzelstücken. Logistik, Wiegen, Protokolle und Abfallabrechnung kosten mehr als die Materialersparnis. Bei einem Ring ist der Kauf aus Herstellermaterial einfacher.
  • Bei unklarer Herkunft des Materials. Bruchgold unbekannten Feingehalts muss analysiert werden, und mit Blei oder Zinn verunreinigtes Metall kann eine ganze Gusscharge ruinieren — samt Küvette und dem übrigen Gold im Ofen.
  • Bei sehr kurzen Terminen. Annahme, Analyse und Umschmelzen des gelieferten Materials kosten zusätzliche Tage vor dem Start des Gusses.

So bereitet man den ersten Auftrag vor

Die Reihenfolge zählt. Zuerst den Bedarf rechnen: Fertiggewicht × Stückzahl, plus Gussaufmaß, plus vereinbarter Schwund. Erst mit dieser Zahl zum Metalllieferanten — Einkauf nach Gefühl endet mit einer zweiten Lieferung mitten in der Produktion oder totem Kapital im Safe.

Parallel 3D-Dateien oder ein physisches Muster vorbereiten, Feingehalt und Goldfarbe festlegen (Weißgold braucht Rhodinierung, ein zusätzlicher Arbeitsgang mit Folgen für den späteren Service) und einen Kontrollpunkt einplanen: ein Prototyp in Silber oder Messing, freigegeben vor der Goldcharge. Ein paar Tage hier sind günstiger als die Nacharbeit an einer Serie aus bereits bezahltem Metall.

Bei Argentum läuft die Goldfertigung ausschließlich im Beistellmodell — mit vollständigem Gewichtsprotokoll und Abfallrückgabe. Bedingungen für Silber und Titan beschreiben wir separat auf den Seiten Goldfertigung und Auftragsfertigung.

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