Schritt 1: Die Anfrage (RFQ)
Eine gute Angebotsanfrage (RFQ) verkürzt alles Weitere. Senden Sie visuelle Referenzen (Skizzen, Fotos, 3D-Dateien — idealerweise STL), Material und Punze (925er Silber, Gold 585/750, Titan), eine geschätzte Stückzahl, den gewünschten Termin und ein Budget oder eine Preisspanne. Je mehr Details, desto genauer das Angebot. Wenn etwas unklar ist — schreiben Sie, was feststeht und was offen ist. Darauf basierend beurteilt der Hersteller, ob das Projekt in Ihrer Stückzahl und Preisspanne machbar ist.
Schritt 2: Angebot
Bei Schmuck teilt sich der Preis in Metall und Arbeit. Die Metallkosten hängen vom aktuellen Rohstoffpreis und dem Gewicht ab, weshalb Angebote oft begrenzt gültig sind (z. B. wenige Tage) und netto zu EXW-Bedingungen angegeben werden. Die Arbeit umfasst Design, Guss, Bearbeitung, Galvanik und Finish. In dieser Phase werden auch die einmaligen Kosten für 3D-Modell und Prototyp festgelegt. Ein gutes Angebot trennt diese Posten klar, damit Sie wissen, was den Preis bei Folgeaufträgen ändert.
Schritt 3: 3D-Modell, Prototyp und Muster
Vor der Serie entstehen ein 3D-Modell (CAD) und eine Visualisierung zur Freigabe, oft auch ein physischer Prototyp oder ein Muster. Das ist der wichtigste Kontrollmoment: Sie prüfen Proportionen, Gewicht, Finish und Ergonomie am realen Stück, nehmen Korrekturen vor und geben erst dann die Produktion frei. Das freigegebene Muster wird zum Referenzstandard für die gesamte Charge — es lohnt, es zu beschreiben und aufzubewahren. Diese Phase kostet, schützt aber vor dem teuersten Fehler: einer ganzen Serie, die nicht Ihren Vorstellungen entspricht.
Schritt 4: Serienfertigung
Nach Freigabe des Musters beginnt die eigentliche Produktion: Guss aus dem Modell, mechanische und CNC-Bearbeitung, Montage, ggf. Steinfassung, Galvanik (Rhodium, Gold) und Handfinish. In vollständiger In-House-Produktion laufen all diese Schritte unter einem Dach, was Termine verkürzt und die Wiederholbarkeit sichert. Die reale Produktionszeit hängt von Stückzahl und Komplexität ab — ein guter Hersteller nennt sie nach Freigabe des Modells, nicht blind bei der ersten E-Mail.
Schritt 5: Qualitätskontrolle, Abnahme und Lieferung
Vor dem Versand durchläuft die Charge eine Qualitätskontrolle anhand des freigegebenen Standards: Maße, Gewicht, Beschichtungsqualität, Lesbarkeit der Gravur und Punzierung. Es lohnt, ein Abnahmeprotokoll und zulässige Toleranzen vor der Produktion zu vereinbaren — dann ist eine etwaige Reklamation einfach und eindeutig. Zuletzt Verpackung (oft schon unter Ihrer Marke) und Lieferung zu den vereinbarten Bedingungen. Eine gelungene erste Zusammenarbeit ist meist der Beginn regelmäßiger Folgeaufträge.
Häufige Fragen
Was sollte eine Angebotsanfrage (RFQ) enthalten?
Visuelle Referenzen (Skizzen, Fotos, 3D-Dateien — idealerweise STL), Material und Punze, geschätzte Stückzahl, gewünschten Termin und ein Budget oder eine Preisspanne. Je mehr Details, desto genauer das Angebot.
Warum ist das Angebot begrenzt gültig?
Weil die Metallkosten vom aktuellen Rohstoffpreis abhängen, der sich ändert. Preise werden daher netto angegeben, aufgeteilt in Metall und Arbeit, und das Angebot gilt meist einige Tage.
Bekomme ich ein Muster vor der Serienfertigung?
Ja. Vor der Serie entstehen ein 3D-Modell und eine Visualisierung, oft auch ein physischer Prototyp oder ein Muster. Das freigegebene Muster wird zum Referenzstandard für die gesamte Charge.